Kayaktour in Telegraph Cove, Vancouver Island

Die zweitägige etwa 35 Kilometer lange Kayaktour im Norden von Vancouver Island, war wohl eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse meiner Reisen. Telegraph Cove  heisst das kleine Örtchen etwa 4 Stunden von Nanaimo entfernt, in welchem nur etwa 10 Bewohner das ganze Jahr über leben. Es liegt fernab von der Grosstadt Vancouver, zwischen dem Ozean und der unberührten kanadischen Wildnis. Man sagt, dass Telegraph Cove der beste Ort zur Wahlbeobachtung in ganz Kanada ist, denn die üppige Nahrung lockt Orcas, Zwerg und Buckelwale das ganze Jahr über an. Die Schönheit der Landschaft und die Aussicht auf den Ozean mit den vielen kleinen Inseln ist unschlagbar. Mir fehlen heute noch die Worte diesem Zauber der Natur die verdiente Beschreibung zu erteilen.

Die Exkursion durfte ich mit Freunden, welche auf der Insel als Kayakguides arbeiteten, erleben. Wir hatten Glück. Als wir los paddelten, war das Wetter an dem Nachmittag  buchstäblich wie im Bilderbuch. Wir nahmen uns, für die 10 Kilometer bis zum Basiscamp, viel Zeit und liessen den tiefblauen Ozean mit seiner Fauna und den atemberaubenden Sonnenuntergang auf uns wirken. Der Ozean war ruhig. Die Stille und das Farbenspiel der Natur war überwältigend. Das Basiscamp, welches sich in Mitten des kanadischen Regenwalds befand, war sehr gut eingerichtet mit einer Outdoorküche und fix montierten Zelten, in denen wir übernachteten. Wir hatten das Camp für uns alleine und genossen den Abend im Freien, nachdem wir unsere hungeren Mägen mit Pasta gestillt hatten. Ich nahm mir Zeit und ging an den Steinstrand, der unmittelbar vor dem Camp lag, wo wir ebenfalls unsere Kayaks an den Bäumen befestigten. Ich setzte mich auf einen herumliegenden Baumstamm und lauschte in die Dunkelheit hinein. An diesem Abend war der Himmel hell erleuchtet mit abertausend von Sternen. Ich war überwältigt von der Ausstrahlung des Himmels und dann hörte ich wenige Meter vor mir die Orcas in regelmässigen Abständen atmen. Die Fontäne, die sie bei jedem Atemzug ausstossten, kannte ich bisher nur aus Dokumentationen. Ich war sehr berührt über diese Stimmung und der Schönheit der Dunkelheit. Es war ein unglaublich, fantastischer Abend.

Am nächsten Morgen war das Wetter wie ausgewechselt und wir mussten die Kayaktour im stockdichten Nebel fortsetzen. Die mystische Stimmung war für mich einzigartig und hatte ihren eigenen Reiz. Der Nebel war so dicht, dass wir keine zwei Meter weit sehen konnten. Als sich plötzlich ein grösseres Schiff näherte und wir es nur an den immer lauter werdenden Hupen hören konnten, kam für ein paar Augenblicke schon ein wenig ein mulmiges Gefühl auf.  Ich hatte aber vollstes Vertrauen in Tom und nachdem er das Schiff anfunkte und die Lage abcheckte, entspannte sich diese auch wieder und  schon bald hörten wir das Signalhorn wieder aus der weiteren Ferne. Wir paddelten weiter um die Hanson Insel herum. Der Nebel verzog sich langsam und wir  konnten die Seelöwen und Wale sowie die um uns herumfliegenden Möwen und Weisskopfseeadler  beobachten und für uns geniessen. Wir erreichten Telegraph Cove gegen Abend müde, aber voller Zufriedenheit.

Möchtest du dieses Abenteuer ebenfalls mal erleben? Hier findest du den Link zur Kayakstation in Telegraph Cove. Falls Du nicht so lange Zeit hast und eine nähere Möglichkeit für ein solches Naturerlebnis suchst, findest du eine weitere Kayakstation auf Quadra Island, einer kleinen Trauminsel ca. 2 Fahrtstunden (Auto und Fähre) von Nanaimo entfernt.

 

 

 

 

 

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