Geld abheben – ein Abenteuer! Meine Tipps!

Wie würden wir in der Schweiz wohl reagieren, wenn wir an einem Geldautomaten zwei Stunden lang anstehen müssen und dann kein oder nur wenig Geld aus dem Automaten herausgelassen werden kann? Oder wenn uns jemand sagt, der nächste Geldautomat ist in der nächsten Stadt, ungefähr 30 Fahrtminuten entfernt? Unvollstellbar, nicht?

Zuerst habe ich es kaum geglaubt, aber Geld zu besorgen ist hier wirklich ein Abenteuer für sich. Sao Miguel do Gostoso ist zwar ein kleines Örtchen, aber doch nicht so klein, dass es sich nicht lohnen würde, einen Geldautomaten zu installieren. Ich wurde dann aufgeklärt. Scheinbar wurde der einzige Geldautomat immer wieder demoliert und ausgeraubt, so dass man sich dazu entschieden hat, keinen mehr zu platzieren. Um von Sao Miguel do Gostoso ins nächste Städtchen, nach Touros zu gelangen, musste ich mir zuerst ein Taxi organisieren. Um ein solches zu bekommen, setzt man sich am besten irgendwo an den Strassenrand und wartet. Es gibt immer wieder private „Shared Taxi’s“ die nach Touros fahren und einem dann zurufen ob man mitfahren möchte. In Touros angekommen, sagte ich dem Taxifahrer, dass ich gleich wieder mit ihm zurückfahren werde. Aus dem „gleich“ wurden dann 2.5 Stunden und natürlich ohne wartendes Taxi. Ich habe meinen Augen kaum getraut, als ich die Bank betrat. Es gab fünf Geldautomaten, wobei nur an drei Geldautomaten Personen anstanden. Die anderen beiden funktionierten nicht. Ich habe eine Weile gebraucht bis ich verstand, wo die Warteschlange anfängt. Während der ganzen Zeit habe ich mich gewundert, warum es Personen gibt, die etwa 10 Minuten beim Automaten verbrachten und das Kärtchen immer und immer wieder in den Geldautomaten reinsteckten, ohne oder mit Erfolg – keine Ahnung. Dies blieb ein Rätsel bis ich an die Reihe kam. Als ich dann nach zweienhalb Stunden, gefühlt waren es dann wohl noch mehr, endlich am Automaten stand, funktionierte es beim erste Mal nicht. Das zweite Mal kam ebenfalls noch kein Geld raus und das dritte Mal konnte ich doch immerhin 500 Real abheben, das sind ungefährt CHF 160. Als ich es dann nochmals versuchen wollte, hiess es, ich hätte das Tageslimit der Bank aufgebraucht. Warum es beim einen Mal funktionierte und beim anderen Mal wieder nicht, habe ich nicht herausgefunden. Mir blieb dann nichts anderes übrig, als mich wieder auf den Heimweg zu machen.

Aufgefallen ist mir vor allem, wie geduldig die Menschen hier sind. Er wird weder geflucht noch vorgedrängelt. Jeder wartete einfach still und ruhig und war immer noch sehr freundlich und zuvorkommend. Wir können uns das in der Schweiz nicht vorstellen, wo doch an jeder Ecke die Möglichkeit besteht, Geld abzuheben und das erst noch ohne Wartezeit. Sicher ein Privileg. Was die Geduld und die Freundlichkeit in einer solchen Situation betrifft, können wir jedoch noch dazulernen. 🙂

Mein Tipp: Es ist auf jeden Fall immer ratsam, Geld frühzeitig zu besorgen und nicht zu warten bis man kein Bargeld mehr hat. Solche Situationen trifft man in Drittweltländern immer wieder mal an und dann ist man froh, wenn man noch etwas Bargeld bei sich hat, um noch ein paar Tage überprücken zu können. Ich führe zudem immer ein wenig Notfallgeld in USD-Dollar mit und war schon mehrere Male froh darum.