Cashewnüsse und ihre Frucht

Weisst du eigentlich von woher die Cashewnüsse kommen und wie sie wachsen? Ich muss zugestehen, ich hatte bis ich nach Brasilien reiste, keine Ahnung. Obwohl die Cashewnuss zu meiner Lieblingsnusssorte gehört, beschäftigte ich mich nie detaillierter mit ihr. Jetzt wollte ich jedoch mehr darüber wissen, da mich die vielen Cashewbäume mit den rötlich gelben Früchten und wie sie am Baum hängen, überraschte und zugleich faszinierte.

Die Cashewnuss gehört eigentlich gar nicht zur Familie der Nüsse. Der Grund dafür liegt in der Art wie sie wächst. Sie gedeiht nicht wie andere Nüsse an einem Strauch, sondern ist der Kern einer Frucht. Das Besondere an der Cashew ist, dass ihr Kern aussen wächst und nicht wie bei den meisten Früchten versteckt im Fruchtfleisch. Ich fragte mich, warum wir in der Schweiz die unheimlich gut schmeckende süssliche Frucht nicht kaufen können. Da die Cashewfrucht jedoch leicht verderblich und die Aussenseite sehr druckempfindlich ist, würde sie einen internationalen Transport nicht überleben. Ursprünglich stammen die Cashewbäume aus Brasilien. Im 16. Jahrhundert wurden sie jedoch von den Portugiesen nach Afrika gebracht zur Aufforstung abgeholzter Küstengebiete. Inzwischen sind Indien, Vietnam und Ostafrika die Hauptlieferanten von Cashewkernen.

Die Frucht, der sogenannte Cashewapfel kann vielfältig verwertet werden. Er lässt sich leicht zu einem sehr süssen Fruchtsaft auspressen, der köstlich und leicht nach Ananans schmeckt. Zudem ist er reich an Vitamit C. Die Einheimischen verarbeiten die Frucht auch zu Marmelade und die nach dem Entsaften übriggebliebene Schale kann als Fleischersatz verwendet werden. Ich probierte beides aus und war deliziös. Der Cashewapfel zusammen mit dem Kern, kann die Grösse einer Zitrone erreichen. Daher ist es umso erstaunlicher zu sehen, dass nur eine einzige Nuss aus einer Frucht gewonnen werden kann. Die Kerne, die noch von einer Schale umhüllt ist, kann man mit der Hand leicht von der Frucht abdrehen. Sie es jedoch noch nicht essbar und vor ihr liegt ein aufwändiger Prozess. In einem ersten Schritt werden die Kerne getrocknet, danach werden sie etwa eine Stunde lang geröstet. Durch diesen Prozess wird das hochgiftige Öl Kardol, das in der Schale vorhanden ist, deaktiviert. Erst dann kann die Schale von der Nuss abgetrennt werden und sie erreicht ihren essbaren Zustand.  Der gesamte Vorgang ist reine Handarbeit. Der Schälprozess alleine ist so umfangreich, dass eine Person einen ganzen Tag benötigt um eine Packung mit 150 Gramm Cashewnüsse zu erhalten.

Ich esse meine Lieblingsnüsse nun bewusster und schaue zudem darauf, dass sie aus einem fairen Handel stammen. Denn die Arbeitsbedingungen lassen, nach meinen Recherchen, wie in vielen Drittweltländern, zu wünschen übrig.

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